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Prioritäten in einer Arbeitswelt im Umbruch (DE)

Alumna Corinne Tabaka und Masterstudentin Chiara von Planta sind ein Mentoring-Paar. Im Gespräch tauschen sie sich über Erwartungen, Herausforderungen und Prioritäten in einer sich wandelnden Arbeitswelt aus.

Corinne: In unseren Mentoring-Treffen erlebe ich dich als sehr reflektiert und zielstrebig. Was hast du bisher aus dem Programm mitgenommen?

Chiara: Vor allem Sicherheit und Orientierung. Ich habe gelernt, dass Unsicherheiten normal sind und alle ihren eigenen Weg gehen. Du bist bereits zum dritten Mal als Mentorin dabei. Was motiviert dich?

Corinne: Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass heutige Studierende ähnliche Sorgen haben wie ich damals. Ich finde diesen Austausch sehr wertvoll und hoffe, meine Erfahrungen können der nächsten Generation etwas Druck nehmen. Ich hatte damals das Gefühl, mein Studium möglichst schnell abschliessen zu müssen – auch weil ich nach meiner Lehre etwas älter war als meine Kommiliton:innen. Heute weiss ich, dass es völlig in Ordnung ist, wenn der Weg etwas länger dauert.

Chiara: Und wo siehst du heute deine grössten Herausforderungen?

Banafshe Zitat: «Teamwork makes academic work both more meaningful and enjoyable.»

Corinne: In der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich bin vor Kurzem Mutter geworden und arbeite wieder in einem höheren Pensum. Jeden Tag bewusst Prioritäten zu setzen und eine Balance zu finden, ist eine Challenge.

Chiara: Mich beschäftigt aktuell die Suche nach einer neuen WG. Mit Blick auf die Zukunft sehe ich vor allem den Übergang vom strukturierten Studienalltag ins Berufsleben als Herausforderung. Unter anderem, weil ich während meines Studiums noch keine Praxiserfahrung sammeln konnte – ich versuche aber, es gelassen zu nehmen. Welche Werte sind dir im Job wichtig?

Corinne: Fairness, Respekt und Vertrauen. Als Vorgesetzte merke ich, wie wichtig das ist. Vertrauen zeigt Wertschätzung und motiviert Mitarbeitende wiederum, Verantwortung zu übernehmen.

Chiara: Für mich sind Ehrlichkeit und Wertschätzung zentral. Gerade im Studium sollte man miteinander statt gegeneinander arbeiten. Gleichzeitig wächst der Druck – im Wettbewerb mit anderen Studierenden und durch KI.

Corinne: Ja, die Digitalisierung verändert vieles. KI erleichtert den Zugang zu Informationen, aber die Schnelllebigkeit kann auch überwältigend sein. Wie erlebst du das?

Chiara: Die Arbeit mit KI ist manchmal definitiv herausfordernd. Mich verunsichert, was das für den Arbeitsmarkt bedeutet. Welche Kompetenzen brauche ich in Zukunft noch? Diese Ungewissheit verlangt Flexibilität und eine offene Einstellung gegenüber Neuem. Ich merke, dass an der UZH ein Umdenken stattfindet: Es geht stärker darum, Inhalte zu verstehen, statt nur auswendig zu lernen.

Corinne Zitat: «KI erleichert den Zugang zu Informationen, aber die Schnelllebigkeit kann auch überwältigend sein.»

Corinne: Ich habe auch den Eindruck, dass eure Generation hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung mehr Flexibilität haben möchte, Stichwort: Work-Life-Balance.

Chiara: Ja, viele hinterfragen bewusster, wofür sie ihre Zeit einsetzen. Es steht nicht mehr nur die Karriere im Fokus, sondern auch das, was vor und nach der Arbeit stattfindet. Mir wäre es zum Beispiel wichtig, künftig auch im Ausland zu arbeiten, um meinen Horizont zu erweitern. Wo siehst du noch Verbesserungspotenzial im Berufsalltag?

Corinne: In der Schweiz gibt es bei der Chancengleichheit noch viel zu tun. Während ich zum Glück einen flexiblen Arbeitgeber habe, stehen viele Frauen nach dem Mutterschaftsurlaub vor starren Bedingungen. Das würde ich gerne ändern. Gleichzeitig beeindruckt mich die Leistung von Frauen, die – wie unsere Ärztinnen – trotz Familie grosse Karrierewege gehen. Beides so zu vereinen, verdient Respekt.

Chiara: Das hast du schön gesagt. Auch im Studium merkt man, wie wichtig ein unterstützendes Umfeld ist. Freundschaften prägen diese Zeit stark.

Corinne: Und sie halten oft ein Leben lang. Ich habe eine sehr gute Freundin, die ich am Erstsemestrigentag kennengelernt habe. Das Studium ist eine sehr lehrreiche Zeit, in der man wächst und an die eigenen Grenzen kommt. Deshalb ist das Mentoring-Programm so wertvoll. Es bietet Studierenden Orientierung und ein Netzwerk für den Berufseinstieg.

Chiara: Absolut. Der Austausch mit jemandem, der diesen Weg bereits gegangen ist, bringt eine wertvolle externe Perspektive.

Additional Information

Chiara von Planta

Chiara von Planta studiert auf Masterstufe Betriebswirtschaftslehre und Finance an der Universität Zürich.

Samira Marti

Corinne Tabaka

Corinne Tabaka hat an der Universität Zürich Betriebswirtschaftslehre und Finance studiert. Sie ist Klinikmanagerin am Universitätsspital Zürich und verfügt über ein eidg. Diplom als Expertin in Gesundheitsinstitutionen.