Prof. Dr. Andrea Giuffredi-Kähr (German only)

Andrea Giuffredi-Kähr, geboren 1988, studierte Betriebswirtschaft und Psychologie an der Universität Bern. Nach ihrer Promotion 2017 arbeitete sie bis 2019 als Oberassistentin an der Universität Bern. Die Forschungsschwerpunkte von Andrea Giuffredi-Kähr liegen in den Bereichen des Markenmanagements und der Konsumenten-Markenbeziehungen und wie die Digitalisierung diese Bereiche verändert. Seit dem 1. November ist sie Assistenzprofessorin für Marketing in the Digital Economy am Institut für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich. 

Kurzinterview mit Prof. Dr. Andrea Giuffredi-Kähr

Was war ausschlaggebend für Ihre Laufbahnentscheidungen?

Ich habe mich jeweils gefragt, was mich interessiert und was mir Freude bereitet. Während dem Bachelorstudium entdeckte ich meine Begeisterung für Marketingthemen. Bereits nach meiner Bachelorarbeit in Marketing konnte ich als Hilfsassistentin am Institut für Marketing an der Universität Bern bei verschiedenen Forschungsprojekten mitarbeiten, was mir sehr viel Spass gemacht hat.

Als ich die Möglichkeit erhielt, parallel zu meinem Master bereits mit dem Doktorat zu beginnen, sah ich viele Synergien zwischen den Forschungsprojekten und meiner Masterarbeit. Zuvor hatte ich mir ehrlichgesagt nicht aktiv überlegt ein Doktorat zu machen. Aber genau die Forschungsarbeit als auch der Kontakt zu den Studierenden in Bachelor- und Masterarbeiten oder durch Lehrveranstaltungen hat mir sehr viel Freude bereitet. Deshalb habe ich mich schliesslich auch dazu entschieden, den nächsten Schritt Richtung Assistenzprofessur zu wagen.

Auf welche Leistung in Ihrem Leben sind Sie besonders stolz?

Zum einen darauf, dass ich bereits während meinem Doktorat einen Artikel in einer sehr renommierten Marketingzeitschrift publizieren konnte. Zum anderen aber auch, dass ich während meiner Zeit an der Universität Bern einen so guten Draht zum Team aufbauen konnte, wo ich stets für meine fachlichen Inputs aber auch als motivierte und hilfsbereite Person geschätzt wurde. Zudem freut es mich, wenn ich als weitere Frau in der Wissenschaft auch eine Inspiration oder ein Rollenmodell für zukünftige Nachwuchswissenschaftlerinnen sein kann.

Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Tätigkeiten?

Das ist das Schöne an Marketingthemen: Jede Person ist Konsument oder Konsumentin. Dadurch können auch Gespräche mit Familie, Freunden oder Kollegen eine tolle Inspiration sein, wenn ich erfahre, was sie im Alltag als Konsumenten beschäftigt. Daneben unterhalte ich mich auch gerne mit Marketingfachpersonen aus der Praxis, weil es mir sehr am Herzen liegt, für die Praxis relevante und nützliche Forschung zu betreiben. Natürlich stellt aber auch das ganze akademische Umfeld eine grosse Inspirationsquelle dar, zum Beispiel durch Konferenzen, Fachzeitschriften und Gesprächen mit Kollegen.

Was denken Sie, wodurch wird sich unsere Fakultät in fünf Jahren auszeichnen?

Unsere Fakultät betreibt bereits heute exzellente Forschung und Lehre. Ich denke, die Digitalisierung hat uns auch gezeigt, dass ein Wandel nicht nur einen spezifischen Bereich betrifft, sondern die gesamte Wissenschaft und Gesellschaft. Mit der Digital Society Initiative hat die Universität Zürich bereits einen wichtigen Schritt gemacht, um die Zusammenarbeit auch unter den Fakultäten und Disziplinen zu fördern. Dies betrachte ich als grosse Stärke, die auch dazu beitragen könnte, uns weiter an die internationale Spitze der Forschung und Lehre zu bringen.

Was würden Sie einer heutigen Maturandin oder Studentin generell mit auf den Weg geben?

In unserer heutigen Welt, die geprägt ist vom digitalen Wandel, Klimadebatten und politischen Auseinandersetzungen, suchen viele Menschen nach einem Sinn – sei es im privaten und vor allem auch im beruflichen Umfeld. Umso mehr würde ich raten, eine Tätigkeit bzw. ein Studium zu finden, das sie persönlich interessiert und ihnen Freude bereitet. Zudem sollten sie sich von Herausforderungen und riskanteren Entscheidungen nicht einschüchtern lassen. Rückschläge gehören zum Leben und sind auch sehr hilfreich bei der persönlichen Weiterentwicklung.