Unsere Alumni: José Parra Moyano, Claudia Winkler und Radu Tanase (German only)

In weniger als zwei Jahren eine breite Kundenbasis geschaffen, in der Schweiz, in Deutschland und in Spanien aktiv, 20 Mitarbeitende und erst noch finanziell erfolgreich? Das hat das Zürcher Start-up Lionstep geschafft.

Alumna Claudia Winkler, Mitgründerin und heute CEO von Lionstep, erklärt: «Wir sind ein Recruiting-Unternehmen für die digitale Transformation. Der Rekrutierungsmarkt und seine Anforderungsprofile verändern sich rasch; neue Technologien erfordern laufend neue Fähigkeiten, was für Arbeitnehmende und Arbeitgebende schwierig ist.» Dazu komme, dass viele traditionelle Unternehmen keinen Zugang zu den Communities der neuen Technologien, wie zum Beispiel Blockchain, hätten.

Claudia Winkler wollte schon seit ihrer Kindheit Unternehmerin werden. Bereits während ihres Masterstudiums in Management und Economics und ihrer ersten Arbeitsstelle hat sie Projekte initiiert und realisiert, die Gründung von Lionstep erfolgte ganz organisch.

«In fünf Jahren wollen wir die beste Personalvermittlung Europas sein», so die Co-Founder von Lionstep
«In fünf Jahren wollen wir die beste Personalvermittlung Europas sein», so die Co-Founder von Lionstep

Begonnen hat das «Projekt Lionstep» in Spanien. Winkler und ihr Kollege José Parra Moyano, Doktorand am Institut für Betriebswirtschaftslehre, standen vor der Herausforderung, einer Bekannten und dann auch ersten Kundin zu helfen, eine Stelle aus 700 Bewerbungen zu besetzen.

Der Datenspezialist des Teams entwickelte eine von künstlicher Intelligenz unterstützte Maschine, die das Screening und die Auswahl geeigneter Kandidaten in Sekunden – statt wie früher in Tagen – erledigt.

Die Welt dreht sich schnell: Lionstep musste das Geschäftskonzept seit der Gründung 2016 bereits anpassen. Zu Beginn habe das Unternehmen nach einer Methode gesucht, passende Kandidaten aus allzu vielen Bewerbungen zu filtern, so Winkler.

Heute sei das verbreitete Problem jedoch, dass es für eine Stelle zu wenige geeignete Bewerbungen gäbe. Die Maschine sei von einem Rankingtool zu einer Suchmaschine geworden, die mittels künstlicher Intelligenz auf einen Pool von Millionen von Menschen zugreifen kann.

Thomas Oetterli

Das Programm ist bis heute eines der drei Kernelemente von Lionstep. Das zweite ist das für die Rekrutierungsbranche vollständig neue Preismodell: ein Prepaid-Modell. Der Kunde kann Credits auf sein Lionstep-Konto laden, und pro vermitteltem Kandidaten werden Credits abgebucht.

Dabei entscheidet der Kunde, mit wem er in Kontakt treten möchte. Vorab klärt Lionstep in persönlichen Gesprächen, ob der Kandidat passt und Interesse hat. Das dritte Kernelement von Lionstep ist der Mensch.

Winkler betont: «Wir sind keine Technologiefirma. Der Rekrutierungsmarkt hat mit Menschen zu tun, und nur im persönlichen Gespräch zwischen Menschen kann herausgefunden werden, ob jemand zum Unternehmen passt.»

Zitat

Als bislang grösste Erfolge bezeichnet Winkler die Tatsache, dass das Team in drei verschiedenen Märkten erfolgreich ist, die Freude bei erfolgreichen Platzierungen und dass Lionstep 2017 den Startup Europe Award gewonnen hat.

Frustrierend sei zu Beginn gewesen, nicht ernst genommen zu werden. Das habe das Team jedoch zu konstanten Verbesserungen motiviert. Lionstep verfolgt eine proaktive Wachstumsstrategie, indem immer analysiert und prognostiziert wird, welchen Einfluss die digitale Transformation hat und welche Probleme in Zukunft gelöst werden müssen.

Und wo sieht sich Lionstep in Zukunft? Claudia Winkler strahlt: «In fünf Jahren wollen wir die beste Personalvermittlung Europas sein.»