Prof. Dr. Anja Schulze

Anja Schulze hält eine SNF Förderprofessur für Technology and Innovations Management am Institut für Betriebswirtschaftslehre und ist seit 2005 Direktorin des swiss Center for Automotive Research (swiss CAR). In ihrer Forschung untersucht sie die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, insbesondere wie Wissen kreiert und weitergegeben wird und wie die Organisation dieser Wissensprozesse den Erfolg beeinflusst. Vor Ihrer Berufung an die UZH war sie an der ETH Zürich als Senior Researcher und Dozentin beim Department für Management, Technology, and Economics tätig.

Kurzinterview mit Prof. Dr. Anja Schulze

Was war ausschlaggebend für Ihre Laufbahnentscheidungen?

Es war nicht ein einziger Grund oder eine einzige Entscheidung zu Beginn meiner Ausbildung, aufgrund derer ich den Weg zur Professur beschritten habe. Vielmehr waren es eine Reihe von Entscheidungen für den jeweils nächsten Abschnitt meiner Laufbahn. Ausschlaggebend waren meist Menschen, die mir von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet und die mir damit tiefere Einblicke in diverse Berufswelten und Ausbildungsmöglichkeiten gewährt haben. Das half mir einzuordnen: Welche Richtung interessiert mich, aber auch, was möchte ich nicht machen.

Auf welche Leistung in Ihrem Leben sind Sie besonders stolz?

Nach Abschluss meiner Dissertation habe ich das swiss Center for Automotive Research gegründet. Mit tatkräftiger Hilfe engagierter Mitarbeitenden erstellen wir regelmässig Studien über die Automobilzulieferindustrie in der Schweiz. Diese Studien sind für die Industrie selbst, vor allem aber auch für die Politik und die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Etwas zu schaffen, das in politische Entscheidungen einfliesst, das hilft fundierte wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen und das Antworten auf ökonomische Fragestellungen geben kann, macht mich stolz. 

Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Tätigkeiten?

Jedes Jahr nehme ich mindestens an zwei akademischen Konferenzen teil. Dort, ebenso wie bei Forschungsseminaren und im Austausch mit Kollegen, hole ich mir Anregungen für meine Arbeit, aber auch im Dialog mit der Industrie und mit Personen, die ausserhalb der Universität tätig sind.

Was denken Sie, wodurch wird sich unsere Fakultät in fünf Jahren auszeichnen?

Ich denke, die Fakultät wird eine noch stärkere Forschungsorientierung als heute aufweisen und ihre Forschungsleistung wird national und international noch stärker wahrgenommen werden. Zudem wird sich die Fakultät in Ausbildung und Forschung verstärkt mit Fragestellungen der Digitalisierung auseinandersetzen.

Was würden Sie einer heutigen Maturandin oder Studentin generell mit auf den Weg geben?

Finden Sie ein Berufsfeld, das Sie begeistert. Und suchen Sie sich dann die besten Lehrer und dazu einen Mentor oder eine Mentorin. Mit einer erstklassigen Ausbildung legen Sie den Grundstein für Erfolg (und damit meist auch Zufriedenheit) im Berufsleben. Ein Mentor oder eine Mentorin kann Ihnen dabei helfen, im Laufe Ihrer Ausbildung und auch danach die richtigen Entscheidungen zu treffen oder Antworten auf wichtige Karrierefragen zu finden.