Unsere Alumni: Samuel Manz

Vollblutunternehmer Samuel Manz plant gerne zehn Jahre voraus – und bleibt trotzdem vollkommen agil. Ganz nach dem Motto «Go with the flow» ist er stets offen für sich ergebende Chancen. Dabei treibt ihn ein verbindendes Element voran: das Digitalisieren.

Seine erste Website baute er mit 15, die Gründung der ersten eigenen Firma folgte mit 18 Jahren. Samuel Manz war, mit Ausnahme einer Semesterassistenz zu Studienzeiten am damaligen Bankeninstitut der UZH, noch nie irgendwo angestellt. Für ihn eine Typfrage: «Wenn man ein klar geregeltes Leben will, ist man in der Selbständigkeit falsch», betont der 38-Jährige. Ihm ging es hingegen nie nur um finanzielle Aspekte, sondern vielmehr um den Sinn im täglichen Tun. «Sonst hätte ich auch gleich zu einer Bank gehen können», doppelt er augenzwinkernd nach.

Stattdessen gründete er bereits 2002 die Firma Firegroup, eine Agentur für Digital Business und E-Commerce mit heute über 20 Mitarbeitenden – Tendenz steigend. Doch damit nicht genug: Zusammen mit seinem Bruder hat Manz den Schweizer Online-Vergleichsdienst moneyland.ch gegründet, und auch bei der Crypto Finance Conference AG sowie bei Wurst & Moritz, nach eigenen Angaben dem ersten Social-Media-Restaurant in Europa, war er von Anfang an federführend dabei. Was die erschiedenen Engagements miteinander verbindet, ist das Thema «Digitalisieren».

Der Fokus seiner Arbeit liegt jedoch klar auf seiner Firma Firegroup, wo er und sein Team KMUs bei der digitalen Transformation begleiten. Viele Kunden hätten noch nicht verstanden, dass Digitalisierung kein IT-System, sondern eine Business-Strategie ist, so Manz. Früher oder später werde das Digitale aber bei jeder Firma eine Rolle spielen – und darüber entscheiden, ob man überhaupt noch existieren könne oder nicht. 

Samuel Manz

Zehnmal besser als die Konkurrenz sein
Die Früchte seiner Arbeit als «Digitalisierer» zeigen sich derzeit in der Softwarelösung «Fire». Ganz nach dem Motto «Be where the customers are» bietet die Lösung dem Kunden ein zentrales Digital-Commerce-System. Und er hat damit Grosses vor: Die Software soll dem Anspruch «ten times better» genügen, sprich zehnmal besser sein als die Konkurrenz. Speziell im Bereich der Fashion-Industrie strebe man mit «Fire» die weltweite Marktführerschaft an – unter anderem dank einem integrierten digitalen Showroom und einer digitalen Vertriebslösung.

Eine Vision zu haben und etwas zu bewegen, ist Manz’ stärkster Antrieb. «Visionär, kreativ und intrinsisch motiviert», so würde er sich selbst beschreiben. Seinem Berufswunsch als Kind – Erfinder – ist er in gewisser Weise treu geblieben: sei es im kreativen Arbeiten, im Tüfteln an Ideen, im Experimentieren oder im Umsetzen. Doch wie bleibt jemand, der sich in einer sich stetig verändernden, digitalen Welt bewegt, up to date? Viel wichtiger als Zertifikate auf Papier sei für ihn die praktische Erfahrung, konstatiert Manz. So bilde er sich täglich in der persönlichen Interaktion mit spannenden Menschen weiter und lese Fachartikel. Ein weiterer Weg, sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen, sei die Gründung einer Firma. Lernen hat für ihn deshalb stets einen sehr aktiven und weniger passiven Charakter inne. Dazu gehöre auch Lifelong Learning als Organisation und der Mut, Fehler zu machen.

Bild Barbara Heller

«Go with the flow» – im Zehn-Jahres-Takt
Auch wenn er weiss, dass nicht alles planbar ist, macht Manz stets einen Zehn-Jahres-Plan – sowohl im Berufs- wie auch im Privatleben. Dies empfiehlt er auch den Unternehmen, die er berät: «Viele führen auf Sicht und vergessen dabei, eine langjährige Strategie zu haben.» Gerade in unserer schnelllebigen Zeit sei es aber unabdingbar, sich längerfristige Gedanken zu machen: Wohin wollen wir, und was ist der Grund dafür? «Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige», lautet daher Manz’ Devise. Dabei bleibt er stets seinem Lebensmotto «Go with the flow» treu. Steht das nicht in diametralem Gegensatz zum Zehn-Jahres-Plan? Mitnichten. Bei aller Planung müsse man stets offen sein für Opportunitäten, die sich ergeben, bilanziert Manz. Nach dieser Prämisse hat er sein bisheriges Berufsleben gelebt und wird das auch die nächsten zehn Jahre tun.