«Sei offen für neue Eindrücke und Impulse aus deinem Umfeld»

Drei Kameras, zwei Frauen, ein Tisch, und kein Drehplan: Das Oec. Magazin hat eine Studentin mit einer Alumna zusammen an einen Tisch gesetzt und geschaut, was passiert. Ein Auszug aus dem Gespräch.
 


Mona: Wollen wir einmal so eine Frage ziehen?
Karla: Unbedingt! (Karla zieht eine Frage)
Mona: Ich bin gespannt!
Karla: Das ist eine Frage für dich, Mona. «Du hast mehrere Jahre in London gelebt und gearbeitet. Was sind die wichtigsten Erfahrungen, die du aus dieser Zeit mitnimmst?»
Mona: Man sollte nie festgefahren sein, sondern immer offen für neue Eindrücke und Impulse. Ich hatte mit den verschiedensten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammengearbeitet. Das hat mich sehr als Person geprägt. Ich glaube, ich bin dadurch als Mensch viel offener geworden.

Mona: Ich hoffe, ich ziehe ebenfalls eine Frage für dich (lacht). Ah doch, ja! «Was schätzt du im Studium besonders?»
Karla: Dass man so viele tolle und faszinierende Menschen kennenlernt. Mit diesen unterschiedlichen Menschen Freundschaften aufzubauen, finde ich ewas extrem Schönes. Hast du auch noch Kontakt mit Leuten, mit denen du studiert hast?
Mona: Ich treffe immer wieder Personen, mit denen ich studiert habe. Wenn ich mit Kunden zu tun habe, kenne ich oftmals einige, die dort arbeiten. Das ist schön zu sehen, da man einen gemeinsamen Nenner hat. Mir sind auch viele Freunde vom Studium geblieben, die heute ein fester Bestandteil meines Freundeskreises sind.
 

Studi meets Mona und Karla


Mona: Hi Karla, wie läuft es im Studium?
Karla: Gut, ich habe mich daran gewöhnt, dass alles online ist. Für mich funktioniert das viel effizienter, weil ich in meinem eigenen Rhythmus arbeiten kann. Manchmal auch zu sehr ungewöhnlichen Zeiten, wie spät abends oder sehr früh am Morgen.

Karla: War für dich immer klar, dass du in die Finanzbranche möchtest?
Mona: Nein, nicht wirklich. Als Maturandin hatte ich gerne Mathematik und wollte gleichzeitig etwas studieren, wo etwas läuft. Deshalb hatte ich mich für Wirtschaft entschieden. Ich dachte, das passt gut zu mir. Schliesslich habe ich meine Masterarbeit in Finance geschrieben, so war der Weg in die Finanzwelt quasi vorgegeben. 
Karla: Ein sehr geradliniger Weg also?
Mona: Ja, das klingt jetzt so. Es ist lustig, es ist mir gar nicht so vorgekommen. Nach dem Studium habe ich das Graduate Programm bei Black Rock Schweiz im Sales angefangen. Aber es war ein Zufall, dass der Job im Asset Management war. Man muss einfach irgendwo beginnen, so sieht man, was einem gefällt und was nicht. 
 

Mona Möckli


Karla: Wie hast du die Unternehmen ausgesucht, in denen du gearbeitet hast?
Mona: Das ist eine gute Frage. Ich habe bei meinem Berufseinstieg nach dem Studium eine sehr tolle Firma gefunden, für was sie steht und wie innovativ sie ist. Gleiches gilt für meinen aktuellen Arbeitgeber, J.P. Morgan. So hatte ich mich in meiner bisherigen Laufbahn stets mehr auf die Firma als auf den Job beworben. Ich hätte früher nie gedacht, wie wichtig eine Unternehmenskultur sein kann. Wenn dir eine Kultur besser zusagt, fällt dir die Arbeit leichter, weil du dich wohler fühlst.


Mona zieht nochmals eine Frage.

Mona: Die Frage ist für mich. «Du arbeitest in einem männerdominierten Umfeld. Hattest du je das Gefühl, dich mehr als deine männlichen Kollegen beweisen zu müssen?»
Karla: Oh ja, das wäre auch noch eine Frage gewesen, die ich hätte stellen können.
Mona: Auf dem Papier stimmt es, dass in der Finanzindustrie bzw. im Asset Management mehr Männer als Frauen arbeiten. Ich habe in meiner Karriere sehr viele sehr starke und erfahrene Frauen kennengelernt. Diese Erfahrung ist natürlich stark durch meine Zeit in London geprägt. Meiner Meinung nach ist die Diversitätsquote dort etwas höher als in der Schweiz. Es wurde hierzulande auf diesem Gebiet zwar schon einiges gemacht, aber es braucht noch viel Arbeit.

Mona: Ist das bei euch im Studium auch ein Thema?
Karla: Ja, schon. Die Männerquote im Studium ist auch höher. Ich nehme persönlich aber nicht wahr, dass ich mich als Frau mehr beweisen muss. Das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben. Das ist generell ein grosses Thema. Ich sehe das oft bei Freundinnen von mir, die sich teilweise im Vergleich zu den männlichen Kollegen zurücknehmen und plötzlich schüchtern sind. Ich weiss aber genau, das ist eine intelligente Frau, die kann das! Deshalb frage ich sie: Warum machst du das nicht? Die Antwort lautet dann: Ich habe Angst. Jedes Mal. Und ich finde das so schade. Das Thema Mut muss in Zukunft stärker unter Studentinnen in Erscheinung treten.
 

Karla Lamesic

Mona: Ist das bei euch im Studium auch ein Thema?
Karla: Ja, schon. Die Männerquote im Studium ist auch höher. Ich nehme persönlich aber nicht wahr, dass ich mich als Frau mehr beweisen muss. Das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben. Das ist generell ein grosses Thema. Ich sehe das oft bei Freundinnen von mir, die sich teilweise im Vergleich zu den männlichen Kollegen zurücknehmen und plötzlich schüchtern sind. Ich weiss aber genau, das ist eine intelligente Frau, die kann das! Deshalb frage ich sie: Warum machst du das nicht? Die Antwort lautet dann: Ich habe Angst. Jedes Mal. Und ich finde das so schade. Das Thema Mut muss in Zukunft stärker unter Studentinnen in Erscheinung treten.