Gratulation zum Semesterpreis FS16

Für das Frühlingssemester 2016 hat der Rektor der UZH vier Arbeiten von Studierenden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät mit dem Semesterpreis ausgezeichnet. Silvia Maier, eine der Preisträgerinnen, erzählt worum es in ihrer Doktorarbeit geht und was sie mit den 600 Franken Preisgeld machen möchte.  

Wir gratulieren den Preisträgerinnen und den Preisträgern ganz herzlich!

Silvia Ursula Maier, für ihre Arbeit «Mastering temptation: Behavioral, neural and physiological investigations of self-control in goaldirected choice», Antrag Prof. Dr. Todd Hare

Janine Meier, für ihre Arbeit «The Effect of Firms’ Training Investments on Innovation: An Empirical Analysis», Antrag Prof. Dr. Uschi Backes-Gellner

Matthias Schief, für seine Arbeit «The Evolution of Cooperation Based on Aggregate Reputations», Antrag Prof. Dr. Ernst Fehr

Dominik Schöni, für seine Arbeit «Bifrost Toolkit: Data-Driven Release Strategies – Formalize and automate real-time, data-driven livetesting methods using a DSL», Antrag Prof. Dr. Harald Gall

Interview mit Silvia Maier über ihre Doktorarbeit in Neuroökonomie am Institut für Volkswirtschaftslehre:

Silvia Maier

Worum geht es in Ihrer Arbeit?

Selbstkontrolle ist eine Schlüsselkompetenz, die entscheidenden Einfluss auf den Lebenserfolg einer Person hat. Im Schnitt verfügen Menschen mit besserer Selbstkontrolle über grösseren Bildungserfolg, mehr finanzielle Stabilität und bessere Gesundheit. In meiner Forschung untersuche ich, welche neuronalen Mechanismen zu erfolgreicher Selbstkontrolle beitragen. Wie gut sich eine Person selbst beherrscht ist allerdings zwischen Individuen sehr unterschiedlich, und selbst die gleiche Person kann diese Fähigkeit je nach Situation unterschiedlich gut abrufen.

In meiner Doktorarbeit habe ich erstens getestet, ob eine bestimmte Hirnregion kausal notwendig ist um Selbstkontrolle erfolgreich ausüben zu können. Zweitens hat mich interessiert, warum sich Stress negativ auf unsere Selbstkontrolle auswirkt. Und drittens habe ich erforscht, wie man die Selbstkontrollfähigkeiten einer Person besser vorhersagen kann. Es hat sich gezeigt, dass die Herzratenvariabilität als Biomarker dienen könnte: Je flexibler sich der Herzschlag an Herausforderungen anpassen kann, desto besser ist auch die Selbstkontrolle.

Was hat sie zu dem Thema motiviert?

Als Neuroökonomin bewege ich mich an einer Schnittstelle zwischen neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung und ökonomischen Fragestellungen, die in letzter Konsequenz ganze Gesellschaften betreffen. Dieser Dialog zwischen den Disziplinen ist sehr spannend – zum einen weil es mich fasziniert, zu erforschen wie unser Gehirn funktioniert, aber zum anderen auch weil diese Schlüsselkompetenz der Selbstkontrolle, die ich untersuche, weitreichende Einflüsse hat. Selbstkontrolle ist eine komplexe Fähigkeit, die aus vielen Bauteilen besteht. Ich möchte gerne eine bessere Theorie und Prognosemöglichkeiten entwickeln, worin diese Fähigkeit besteht und wie jemand sie verbessern kann.

Was haben Sie mit den 600 Franken vor?

Die wandern erst einmal aufs Sparbuch. Ich plane meinen nächsten Postdoc im Ausland zu machen, da ist eine kleine Rücklage für Heimflüge nach Zürich sehr nützlich.

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